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Die Rotatorenmanschette ist ein Verbund aus vier Muskeln und mehreren Sehnen, der eine Hülle um den oberen Teil des Oberarmknochens (Humerus) bildet. Diese Muskeln umschließen den Kopf des Humerus. Die Rotatorenmanschette hält den Humerus im Schultergelenk in Position und ermöglicht die Drehbewegung des Arms. Ein Riss der Rotatorenmanschette ist eine häufige Ursache für Schmerzen und Funktionseinschränkungen bei Erwachsenen. Die meisten Risse treten im Musculus supraspinatus auf, es können jedoch auch andere Teile der Manschette betroffen sein. 

Ursachen: Die Rotatorenmanschette kann durch eine einzelne traumatische Verletzung reißen. Patienten berichten häufig über wiederkehrende Schulterschmerzen über einen Zeitraum von mehreren Monaten sowie über eine spezifische Verletzung, die den Beginn der Schmerzen ausgelöst hat. Ein Riss der Rotatorenmanschette kann auch gleichzeitig mit einer anderen Schulterverletzung auftreten, wie etwa einem Knochenbruch oder einer Auskugelung (Luxation). Rotatorenmanschettenrisse treten am häufigsten bei Personen über 40 Jahren auf. Bei jüngeren Menschen entstehen Risse der Rotatorenmanschette eher infolge eines akuten Traumas, wiederholter Überkopfarbeiten oder sportlicher Aktivitäten.

 

 Symptome: Zu den Anzeichen eines Risses der Rotatorenmanschette gehören unter anderem: 

  • Atrophie (Muskelschwund) oder Ausdünnung der Muskulatur im Schulterbereich 
  • Schmerzen beim Anheben des Arms
  • Schmerzen beim Absenken des Arms aus einer vollständig angehobenen Position 
  • Schwächegefühl beim Anheben oder Drehen des Arms 
  • Krepitationen (Reibegeräusche) oder ein knackendes Gefühl bei Bewegungen der Schulter in bestimmten Positionen Die Symptome eines Rotatorenmanschettenrisses können unmittelbar nach einem Trauma auftreten – beispielsweise nach einer Verletzung beim Heben schwerer Lasten oder nach einem Sturz auf den betroffenen Arm. Tritt der Riss im Zusammenhang mit einer akuten Verletzung auf, können plötzliche, heftige Schmerzen, ein schnappendes Gefühl sowie eine sofortige Schwäche des Arms die Folge sein. Die Symptome können sich jedoch auch schleichend entwickeln – etwa durch wiederholte Überkopfarbeiten oder infolge langfristiger Verschleißerscheinungen. Dabei strahlen Schmerzen im vorderen Schulterbereich an der Seite des Arms hinab. Anfangs sind die Schmerzen möglicherweise nur leicht ausgeprägt und treten lediglich bei Überkopfbewegungen auf, wie etwa beim Greifen nach oben oder beim Heben von Gegenständen. Sie lassen sich unter Umständen durch rezeptfreie Schmerzmittel wie Aspirin oder Ibuprofen lindern. Im weiteren Verlauf können die Schmerzen auch in Ruhephasen oder bei völliger Inaktivität spürbar werden. Zudem können Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite sowie nachts auftreten. Diagnose Die 

 

Diagnose : eines Riss der Rotatorenmanschette stützt sich auf die Symptome und die körperliche Untersuchung. Auch Röntgenaufnahmen und bildgebende Verfahren – wie die MRT (Magnetresonanztomographie) oder der Ultraschall – sind hilfreich. Ihr Arzt wird die Schulter untersuchen, um festzustellen, ob bestimmte Bereiche druckschmerzhaft sind oder ob eine Fehlstellung vorliegt. Er oder sie wird den Bewegungsumfang der Schulter in verschiedenen Richtungen messen und die Kraft des Arms überprüfen. Zudem wird der Arzt auf Instabilitäten oder andere Probleme des Schultergelenks achten. Eine MRT-Aufnahme zeigt einen Riss der Rotatorenmanschette, der die gesamte Sehnenstärke betrifft (kompletter Riss). Der Arzt wird möglicherweise auch den Hals untersuchen, um sicherzustellen, dass die Schmerzen nicht von einem „eingeklemmten Nerv“ in der Halswirbelsäule herrühren, und um andere Erkrankungen – wie Arthrose oder rheumatoide Arthritis – auszuschließen. Konventionelle Röntgenaufnahmen einer Schulter mit einem Rotatorenmanschettenriss sind meist unauffällig oder zeigen lediglich einen kleinen Knochensporn. Aus diesem Grund kann der Arzt zusätzliche Untersuchungen anordnen, etwa eine Ultraschalluntersuchung oder eine MRT. Diese Verfahren ermöglichen eine bessere Darstellung von Weichteilstrukturen wie der Sehne der Rotatorenmanschette. Eine MRT kann mitunter Aufschluss darüber geben, wie groß der Riss ist, wo genau er innerhalb der Sehne verläuft oder an welcher Stelle die Sehne am Knochen ansetzt. 

 

Konservative Behandlungsoptionen: in vielen Fällen kann eine konservative (nicht-operative) Behandlung Schmerzlinderung verschaffen und die Funktionsfähigkeit der Schulter verbessern. Zu den konservativen Behandlungsoptionen gehören unter anderem:

  • Schonung und Vermeidung von Überkopfarbeiten 
  • Tragen einer Armschlinge • Einnahme entzündungshemmender Medikamente 
  • Kortisoninjektionen 
  • Kräftigungsübungen und Physiotherapie 

 

Chirurgische Behandlung : Ihr Orthopäde wird Ihnen möglicherweise eine Operation empfehlen, wenn:

  • die konservative Behandlung keine Linderung der Symptome bringt; 
  • der Riss erst vor Kurzem entstanden ist und starke Schmerzen verursacht; • der Riss die Schulter des dominanten Arms (der „starken“ Seite) einer aktiven Person betrifft; 
  • für Überkopfarbeiten oder sportliche Aktivitäten die volle Kraft des Arms benötigt wird. Die Art des chirurgischen Eingriffs richtet sich nach der Größe, Form und Lage des Risses. Ein Teilriss erfordert unter Umständen lediglich ein Beschneiden oder Glätten des Gewebes – ein Verfahren, das als „Debridement“ bezeichnet wird. Ein vollständiger Riss im dicksten Teil der Sehne wird behoben, indem die beiden Enden der Sehne wieder miteinander vernäht werden. Ist die Sehne an ihrer Ansatzstelle am Oberarmknochen (Humerus) abgerissen, wird sie direkt am Knochen refixiert. Viele dieser chirurgischen Eingriffe können ambulant durchgeführt werden. Generell stehen für die chirurgische Reparatur drei verschiedene Verfahren zur Verfügung. Dazu gehören:

 

• Arthroskopische Reparatur: Ein flexibles Endoskop (Arthroskop) sowie kleine, bleistiftdicke Instrumente werden über winzige Hautschnitte eingeführt – anstelle eines einzelnen, großen Schnitts. Das Arthroskop ist mit einem Videomonitor verbunden, sodass der Chirurg den Eingriff unter visueller Kontrolle durchführen kann. 

• Mini-offene Reparatur: Dank neuerer Techniken und Instrumente können Chirurgen eine vollständige Reparatur der Rotatorenmanschette über einen kleinen Hautschnitt vornehmen, der typischerweise 4 bis 6 cm lang ist.

• Offene chirurgische Reparatur: Ein traditioneller, offener chirurgischer Zugang

Rehabilitation Nach der Operation wird der Arm ruhiggestellt, um das Ausheilen des Risses zu ermöglichen. Die Dauer der Ruhigstellung hängt vom Schweregrad des Risses ab.

Rehabilatiaton :

Ein Übungsprogramm hilft dabei, die Beweglichkeit und Kraft in der Schulter wiederzuerlangen. Dieses Programm beginnt mit passiven Bewegungsübungen und steigert sich hin zu aktiven und widerstandsgestützten Übungen. Eine vollständige Genesung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. • Ein hohes Maß an Engagement bei der Rehabilitation ist entscheidend, um ein gutes Operationsergebnis zu erzielen. Der Arzt wird das Ergebnis überprüfen, um zu beurteilen, wann eine sichere Rückkehr zu Überkopfarbeiten und sportlichen Aktivitäten möglich ist.

 

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Khalaf Moussa

Die Gelenke, die von den Enden der Knochen gebildet werden, sind mit einem Gewebe überzogen, das als Gelenkknorpel bezeichnet wird. Der Knorpel dient dazu, die Knochen abzupolstern, und ermöglicht es ihnen, reibungslos aneinander vorbeizugleiten; dies gewährleistet geschmeidige Gelenkbewegungen. Manchmal weicht der Knorpel auf und baut sich ab. Dieser Zustand wird als Chondromalazie bezeichnet. Der Knorpel verliert dabei seine Fähigkeit, die Knochenenden während der Gelenkbewegung zu schützen. Die Knochenenden können nun aneinander reiben, was Schmerzen verursacht. Eine Chondromalazie kann jedes Gelenk betreffen, tritt jedoch am häufigsten im Kniegelenk auf. Sie beginnt meist als kleiner Bereich mit aufgeweichtem Knorpel. Im weiteren Verlauf weicht ein immer größerer Teil des Knorpels auf; der aufgeweichte Knorpel kann Risse bekommen oder in eine faserige Masse zerfasern. In schweren Fällen kann sich der geschädigte Knorpel vollständig abnutzen. Geschieht dies, kann die nun freiliegende Knochenoberfläche schmerzhaft an den anderen Knochen des Knies reiben. Zudem können sich Knorpelstückchen im Gelenkspalt lösen und dort treiben; dies reizt die Zellen, die das Gelenk auskleiden, zusätzlich. Als Reaktion darauf produzieren diese Zellen Flüssigkeit im Gelenkinneren (sogenannter Gelenkerguss). Eine Chondromalazie steht meist im Zusammenhang mit Verletzungen, Überlastung, einer Fehlstellung der das Gelenk umgebenden Muskeln und Knochen sowie anderen Schädigungen von Kniestrukturen. Gelegentlich tritt sie auch begleitend zu anderen Erkrankungen auf, wie etwa einer Arthrose oder einer rheumatoiden Arthritis. Eine Chondromalazie betrifft vorwiegend junge Erwachsene. Besonders häufig findet man sie bei Läufern, Joggern, Skifahrern, Fußballspielern, Radfahrern und anderen Sportlern, die ihre Knie wiederholt stark belasten. Auch Berufstätige, die viel Zeit kniend verbringen – insbesondere Teppichleger, Fliesenleger und Bodenleger –, haben ein erhöhtes Risiko, dieses Problem zu entwickeln. 

 

Symptome: Das häufigste Symptom einer Chondromalazie ist ein dumpfer, ziehender Schmerz im Gelenkinneren. Dieser Schmerz kann sich bei der Ausführung bestimmter Bewegungen und Aktivitäten verstärken. So kann sich Ihr Knie beispielsweise schmerzhaft und steif anfühlen, wenn Sie nach dem Ansehen eines Films oder nach einer langen Auto- oder Flugreise aufstehen. Zudem kann eine Chondromalazie dazu führen, dass das Gelenk „blockiert“ – was bedeutet, dass Sie plötzlich Schwierigkeiten haben, es über einen bestimmten Punkt hinaus zu bewegen – oder dass es „einknickt“ (unerwartet nachgibt). In einigen Fällen kann es zu einer Schwellung des Gelenks kommen. Zudem können Sie bei Bewegungen des Gelenks knarrende Geräusche oder ein reibendes Gefühl wahrnehmen; allerdings bedeuten schmerzlose Knackgeräusche nicht zwangsläufig, dass der Knorpel geschädigt ist.

Diagnose : Ihr Arzt wird eine körperliche Untersuchung des Gelenks durchführen. Diese umfasst eine Sichtprüfung, das Abtasten des Gelenks, die Überprüfung des Bewegungsumfangs sowie spezielle körperliche Tests, die gelegentlich leichte Beschwerden verursachen können. Ihr Arzt kann Röntgenaufnahmen anordnen. Sollten Ihre Symptome schwerwiegend oder ungewöhnlich sein, kann Ihr Arzt zudem eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) veranlassen. 

Erwartete Behandlungsdauer: Da sich Gelenkknorpel nur schlecht regeneriert, stellt eine Chondromalazie (Knorpelerweichung) meist ein dauerhaftes Problem dar. Je nach Ausmaß des Knorpelverschleißes können Sie jedoch innerhalb von Wochen oder Monaten mit einer Besserung rechnen. Der Heilungsprozess führt zur Bildung von Narbengewebe, das zwar dem ursprünglichen Knorpel ähnelt, jedoch eine geringere Belastbarkeit gegenüber den auf das Gelenk einwirkenden Kräften aufweist. 

Behandlung: Nicht-operative Behandlungsansätze können innerhalb weniger Monate eine Schmerzlinderung bewirken. Zu den verfügbaren Maßnahmen gehören: 

  • Kühlen des Gelenks nach sportlicher Betätigung sowie bei Bedarf zur Linderung von Schmerzen oder Schwellungen.
  • Einnahme nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) oder anderer Schmerzmittel.
  • Beginn eines Trainingsprogramms zur Stärkung der Muskulatur rund um das Kniegelenk.
  • Vermeidung stark stoßbelastender Aktivitäten sowie von Knien und Hocken.
  • Verwendung von Tape-Verbänden oder Orthesen (ausschließlich auf ärztliche Anordnung). 
  • Spezifische Medikamente können die Knorpelregeneration unterstützen. Hierzu zählen: Tabletten, intraartikuläre Injektionen (Einspritzungen in das Gelenk) bestimmter Gele sowie die Anwendung von Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut. Bitte konsultieren Sie diesbezüglich Ihren Arzt. Wahrscheinlich wird eine Überweisung an einen Physiotherapeuten erfolgen; dieser kann verschiedene Techniken anwenden, um Schmerzen zu lindern und den Heilungsprozess zu fördern. Sollten die nicht-operativen Behandlungsansätze erfolglos bleiben oder bei Vorliegen schwerwiegender Symptome, kann eine Gelenkarthroskopie (ein minimalinvasiver „Schlüsselloch-Eingriff“) durchgeführt werden. Ist der Knorpel erweicht oder ausgefranst, können die geschädigten Schichten während des Eingriffs entfernt werden, wobei der gesunde Knorpelanteil erhalten bleibt. Gelegentlich ist es erforderlich, kleine Perforationen (Löcher) in den darunterliegenden Knochen einzubringen, damit neue Zellen aus dem Knocheninneren aufsteigen und Narbengewebe bilden können. Dieses Verfahren wird als Mikrofrakturierung bezeichnet. Nach dem Eingriff sollten Sie einem spezifischen Nachbehandlungsschema folgen, um unnötige Komplikationen zu vermeiden. Der Arzt kann zudem die Ausrichtung der Knochen chirurgisch korrigieren oder eine autologe Chondrozyten-Implantation durchführen. 

 

Prävention: Sie können Ihr Risiko für eine Chondromalazie durch vorbeugende Maßnahmen verringern. Gehen Sie dazu wie folgt vor:

  • Wärmen Sie sich auf und dehnen Sie sich, bevor Sie sportliche Aktivitäten aufnehmen
  • Führen Sie Übungen durch, um die Beinmuskulatur rund um Ihr Knie zu stärken – insbesondere die Oberschenkelmuskulatur, den sogenannten Quadrizeps.
  • Steigern Sie die Intensität Ihres Trainingsprogramms schrittweise. Überfordern Sie sich niemals zu stark oder zu schnell. 
  • Tragen Sie bequeme, stützende Schuhe, die gut sitzen und zu Ihrer Sportart passen. Fehlstellungen der Füße können

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Khalaf Moussa

Die hintere Oberschenkelmuskulatur (Hamstrings) besteht aus den Muskeln an der Rückseite Ihres Oberschenkels. Diese Muskeln helfen dabei, das Bein im Hüftgelenk zu strecken (Extension) und im Kniegelenk zu beugen (Flexion). Eine „gezerrte“ hintere Oberschenkelmuskulatur bezeichnet eine Zerrung oder einen Riss in den Muskeln oder Sehnen dieses Bereichs. Jeder kann eine Zerrung der hinteren Oberschenkelmuskulatur erleiden; am stärksten gefährdet für diese Verletzung sind jedoch: 

  • Jugendliche Sportler, die sich noch im Wachstum befinden 
  • Profisportler (American Football, Fußball, Eislaufen oder Laufsport) 
  • Läufer oder Sprinter 
  • Tänzer
  • Ältere Sportler, deren Trainingsprogramm hauptsächlich aus Gehen besteht 

Ursachen: Verletzungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur lassen sich leichter vermeiden als heilen. Um jedoch zu verstehen, was eine solche Verletzung verursacht, müssen Sie zunächst wissen, wie Muskeln funktionieren. 

Wie Muskeln funktionieren: Alle Muskeln arbeiten paarweise zusammen, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Eine Muskelgruppe verkürzt sich (kontrahiert), um Kraft auszuüben, während die andere Muskelgruppe entspannt. Die hintere Oberschenkelmuskulatur, die sich an der Rückseite des Oberschenkels befindet, arbeitet mit der vorderen Oberschenkelmuskulatur (Quadrizeps) zusammen. Wenn Sie Ihr Bein beugen, kontrahiert die hintere Oberschenkelmuskulatur, und der Quadrizeps entspannt sich. Umgekehrt gilt: Wenn Sie Ihr Bein strecken, kontrahiert der Quadrizeps, und die hintere Oberschenkelmuskulatur entspannt sich. Zerrungen und Risse Wenn eine Muskelgruppe deutlich stärker ist als ihre Gegenspielermuskulatur (Antagonist), kann dieses Ungleichgewicht zu einer Zerrung führen. Dies geschieht häufig bei der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Der Quadrizeps ist meist wesentlich kräftiger, weshalb die hintere Oberschenkelmuskulatur schneller ermüden kann als der Quadrizeps. Ein ermüdeter Muskel kann nicht mehr so ​​leicht entspannen, wenn sein Gegenspieler kontrahiert; dies führt zu Zerrungen. Muskelzerrungen sind Überlastungsverletzungen, die entstehen, wenn ein Muskel gedehnt wird, ohne zuvor angemessen aufgewärmt worden zu sein. Es ist vergleichbar mit dem übermäßigen Dehnen eines Gummibands: Irgendwann verliert das Gummiband entweder seine Form oder reißt in zwei. Dasselbe geschieht mit den Muskeln. Bei jungen Menschen treten Zerrungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur häufig auf, weil Knochen und Muskeln nicht im gleichen Tempo wachsen. Während eines Wachstumsschubs können die Knochen schneller wachsen als die Muskeln. Der wachsende Knochen zieht den Muskel straff; ein plötzlicher Sprung, eine Dehnung oder ein Aufprall kann dazu führen, dass der Muskel von seiner Verankerung am Knochen abreißt. Manchmal reißt ein Muskel, der sich vom Knochen löst, dabei ein Knochenstück mit ab. Dies wird als Abrissverletzung (Avulsionsverletzung) bezeichnet. Wenn die hintere Oberschenkelmuskulatur nahe der Hüfte – dort, wo sie am Becken ansetzt – reißt, kann sie ein Stück des Hüftknochens (Sitzbein) mit sich ziehen. Dies ist eine schwere Verletzung, die unter Umständen einen chirurgischen Eingriff erfordert, um den Muskel wieder zu befestigen. 

Diagnose: Verletzungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur sind meist leicht zu erkennen. 

  • Leichte Zerrungen können sich als einfaches, spürbares Spannungsgefühl im Muskel äußern. 
  • Schwerere Verletzungen können zu einem stechenden Schmerz auf der Rückseite des Oberschenkels führen – meist während eines vollen Schritts. 
  • Ein Riss oder Abriss kann dazu führen, dass Sie nicht mehr stehen oder gehen können. Der Muskel kann druckempfindlich sein, und das Strecken des Beins kann schmerzhaft sein. Innerhalb weniger Tage nach dem Riss können Blutergüsse auftreten.

Behandlung: Merken Sie sich die RICE-Regel (Ruhe, Eis, Kompression, Hochlagern); damit kennen Sie das sofortige Behandlungsprotokoll für viele sportbedingte Verletzungen – einschließlich Zerrungen oder Überdehnungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Gegebenenfalls wird eine kurzzeitige Ruhigstellung mittels einer Knieorthese verordnet. Ist der Muskel vollständig gerissen, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein, um ihn zu reparieren und wieder zu befestigen. 

Keine Behandlung ist vollständig ohne eine angemessene Rehabilitation, die der Kräftigung und Dehnung des Muskels dient. 

Prävention: Die beste Methode, einer Verletzung der hinteren Oberschenkelmuskulatur vorzubeugen, ist das Dehnen vor und nach sportlicher Betätigung. Schwache oder verkürzte hintere Oberschenkelmuskeln können zu Schmerzen im unteren Rückenbereich beitragen; daher können Übungen zur Kräftigung und Dehnung dieser Muskulatur auch Ihr Risiko für Rückenschmerzen senken. 

Setzen Sie sich hin und strecken Sie Ihr linkes Bein aus. Die Sohle Ihres rechten Fußes sollte neben der Innenseite Ihres gestreckten Beins aufliegen. Beugen Sie sich leicht nach vorne und berühren Sie Ihren Fuß mit den Fingern. Halten Sie Ihren linken Fuß aufrecht, wobei Sprunggelenk und Zehen entspannt bleiben. Halten Sie die Position für 30 Sekunden. Wiederholen Sie die Übung mit dem rechten Bein.

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Khalaf Moussa

Tennisarm (Tennis Ellenbogen)“ ist eine gängige Bezeichnung für ein Krankheitsbild, das durch eine Überbeanspruchung der Muskeln von Arm, Unterarm und Hand verursacht wird und zu Schmerzen im Ellenbogen führt. Man muss kein Tennis spielen, um diese Erkrankung zu entwickeln; der Begriff hat sich jedoch eingebürgert, da sie für manche Tennisspieler ein erhebliches Problem darstellen kann. Ein Tennisarm entsteht durch eine – entweder plötzliche oder schleichende – Verletzung des Muskel- und Sehnenbereichs an der Außenseite des Ellenbogens. Konkret betrifft der Tennisarm jenen Bereich, an dem die Muskeln und Sehnen des Unterarms am äußeren Knochenvorsprung (dem sogenannten *Epicondylus laterales*) des Ellenbogens ansetzen. Eine weitere Bezeichnung hierfür ist „laterale Epicondylitis“. Ein anderer geläufiger Begriff – „Golfer arm“ – beschreibt denselben Vorgang, wenn er an der Innenseite des Ellenbogens auftritt; Ihr Arzt wird dies möglicherweise als *mediale Epicondylitis* bezeichnen. Verletzungen durch Überbeanspruchung können zudem auch den hinteren (posterioren) Bereich des Ellenbogens betreffen. Obwohl ein Tennisarm häufig bei Tennisspielern auftritt, sind auch andere Sportler sowie Personen betroffen, die in ihrer Freizeit oder im Beruf Tätigkeiten ausüben, welche wiederholte Bewegungen von Arm, Ellenbogen, Handgelenk und Hand erfordern – insbesondere in Verbindung mit festem Zugreifen. Zu den Betroffenen zählen beispielsweise Golfer, Baseballspieler, Bowler, Gärtner oder Landschaftsbauer, Reinigungs- und Büropersonal (etwa durch Staubsaugen, Fegen und Schrubben), Schreiner, Mechaniker sowie Fließbandarbeiter. 

Symptome: Zu den Symptomen eines Tennisarms gehören: 

  • Langsam zunehmende Schmerzen im Bereich der Ellenbogenaußenseite. Seltener können die Schmerzen auch plötzlich einsetzen. 
  • Verstärkung der Schmerzen beim Händeschütteln oder beim festen Zusammendrücken von Gegenständen. 
  • Verschlimmerung der Schmerzen beim kraftvollen Stabilisieren oder Bewegen des Handgelenks. Beispiele hierfür sind das Heben von Lasten, der Umgang mit Werkzeugen, das Öffnen von Schraubgläsern oder selbst das Hantieren mit einfachem Besteck.

Diagnose: Die Diagnose eines Tennis- oder Golfer Arms erfolgt in der Regel auf Grundlage der Schilderung Ihrer Beschwerden gegenüber dem Arzt sowie bestimmter Befunde aus der körperlichen Untersuchung. Gegebenenfalls wird Ihr Arzt zusätzlich Röntgenaufnahmen anfertigen lassen. Sollten Ihre Symptome schwerwiegend oder ungewöhnlich sein, kann Ihr Arzt zusätzlich eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) anordnen.

Behandlung: Ein Tennis- oder Golfer Ellenbogen lässt sich in der Regel erfolgreich behandeln durch Physiotherapie (wobei die radiale Stoßwellentherapie besonders hilfreich ist), das Tragen einer Unterarmspange zur Entlastung der Sehnen, die Anwendung entzündungshemmender Gele, Kortison haltiger Gele oder durch Steroidinjektionen. Gelegentlich wird Ihnen auch die Injektion spezieller, heilungsfördernder Substanzen angeboten, die aus Ihrem eigenen Blut gewonnen werden. In diesem Fall erhalten Sie detaillierte Informationen zu dieser neuartigen Behandlungsmethode. Ein Tennis- oder Golfer Ellenbogen erfordert nur selten einen chirurgischen Eingriff.

Um Schmerzen und Entzündungen bei einem Tennisellenbogen zu lindern, empfiehlt sich Folgendes:

  • Gönnen Sie sich Ruhe und vermeiden Sie jegliche Aktivitäten, die Schmerzen im betroffenen Ellenbogen verursachen. 
  • Kühlen Sie den schmerzenden Bereich mit Eis. 
  • Nehmen Sie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen ein.
  • Wenden Sie tropische Medikamente (Gel oder Salben) an, wie zum Beispiel Voltaren-Gel. 
  • Tragen Sie eine speziell für diesen Zweck entwickelte Ellenbogenspange.

Insgesamt erfahren 90 bis 95 % der Patienten mit einem Tennisellenbogen durch den beschriebenen Behandlungsplan eine Besserung und vollständige Genesung. Bei etwa 5 % der Patienten führt die konservative Behandlung jedoch nicht zum Erfolg, sodass ein chirurgischer Eingriff erforderlich wird, um die geschädigte Muskel-Sehnen-Einheit im Bereich des Ellenbogens zu rekonstruieren. Bei 80 bis 90 % der Patienten, die sich einer Operation unterziehen, führt der Eingriff zu einer Schmerzlinderung sowie zur Wiederherstellung der ursprünglichen Kraft.

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Khalaf Moussa

Eine Verstauchung des Sprunggelenks ist eine häufige Sportverletzung, kann aber auch bei alltäglichen Aktivitäten auftreten. Eine unnatürliche Verdreh Bewegung des Sprunggelenks kann entstehen, wenn der Fuß ungünstig aufgesetzt wird, der Untergrund uneben ist oder eine ungewöhnlich hohe Kraft auf das Gelenk einwirkt. 

Symptome:

  • Schwellung: Bedingt durch eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Gewebe; diese kann mitunter stark ausgeprägt sein. 
  • Schmerzen: Die Nerven reagieren empfindlicher. Das Gelenk schmerzt und kann pulsieren. Die Schmerzen können sich verstärken, wenn auf die schmerzende Stelle Druck ausgeübt wird, der Fuß in bestimmte Richtungen bewegt wird (je nachdem, welches Band betroffen ist) sowie beim Gehen oder Stehen. 
  • Rötung und Überwärmung: Verursacht durch eine verstärkte Durchblutung des betroffenen Bereichs.

Diagnose:

Der Arzt wird eine körperliche Untersuchung durchführen, um festzustellen, ob die Plantarfaszie druckempfindlich oder geschwollen ist. Gelegentlich sind Röntgenaufnahmen erforderlich, um das Fersenbein zu beurteilen. Auf den Röntgenbildern kann sich ein spitzer Knochenauswuchs zeigen, der vom Fersenbein ausgeht – dieser ist jedoch nicht immer vorhanden. In manchen Fällen kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung oder ein MRT notwendig sein.

Behandlung:

Der Arzt tastet den Fuß und das Sprunggelenk ab und bewegt sie, um zu ermitteln, welche knöchernen Strukturen betroffen sind. Häufig sind Röntgenaufnahmen erforderlich, um das Vorliegen einer Fraktur zu bestätigen. In manchen Fällen kann zusätzlich eine MRT- (Kernspin-) oder CT-Untersuchung notwendig sein. Behandlung Je nach Schweregrad der Sprunggelenksverstauchung können der Behandlungsverlauf und die Genesung zwischen 3 Wochen und – in schweren Fällen – sogar 3 bis 4 Monaten dauern. Fast alle Sprunggelenksverstauchungen heilen bei entsprechender Behandlung und Durchführung von Rehabilitationsübungen (Reha) von selbst aus. Eine Operation zur Wiederherstellung gerissener Bänder wird in der Regel nur dann in Erwägung gezogen, wenn ein schwerer Bänderriss (oder mehrere Risse) vorliegt oder das Sprunggelenk nach Abschluss der Rehabilitation instabil bleibt. Auch bei einem Knochenbruch kann eine Operation erforderlich sein.

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Khalaf Moussa

Die Plantarfasziitis ist die häufigste Ursache für Fersenschmerzen. Die Plantarfaszie ist das flache Gewebeband, das das Fersenbein mit den Zehen verbindet. Sie stützt das Fußgewölbe. Eine Plantarfasziitis entsteht durch eine Überbeanspruchung des Bandes, das Ihr Fußgewölbe stützt. Wiederholte Belastung kann zu winzigen Rissen in diesem Band führen. Diese können Schmerzen und Schwellungen verursachen. Dies tritt mit höherer Wahrscheinlichkeit auf, wenn: 

  • die Füße beim Gehen zu stark nach innen abknicken (Überpronation); 
  • ein Hohlfuß oder ein Senk-/Plattfuß vorliegt; 
  • über längere Zeiträume gegangen, gestanden oder gelaufen wird – insbesondere auf harten Untergründen; 
  • Übergewicht besteht; 
  • Schuhe getragen werden, die schlecht sitzen oder abgenutzt sind; 
  • die Achillessehnen oder Wadenmuskeln verkürzt sind. 

Symptome : Die meisten Menschen mit Plantarfasziitis verspüren Schmerzen bei den ersten Schritten, nachdem sie aus dem Bett aufgestanden oder längere Zeit gesessen haben. Nach einigen Schritten können die Steifheit und die Schmerzen nachlassen. Im weiteren Tagesverlauf können die Schmerzen im Fuß jedoch wieder zunehmen. Am stärksten können die Schmerzen beim Treppensteigen oder nach längerem Stehen sein. 

Diagnose : Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch, um festzustellen, ob die Plantarfaszie druckempfindlich oder geschwollen ist. Gelegentlich sind Röntgenaufnahmen erforderlich, um das Fersenbein zu beurteilen. Auf Röntgenbildern kann sich ein spitzer knöcherner Auswuchs zeigen, der vom Fersenbein ausgeht – ein sogenannter Fersensporn –, dieser ist jedoch nicht immer vorhanden. In manchen Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung oder eine MRT-Aufnahme (Kernspintomographie) notwendig sein. 

Behandlung : Physiotherapie ist von großem Nutzen, und eine konservative Behandlung ist in der Regel völlig ausreichend. Konkret können Patienten von der radialen Stoßwellentherapie profitieren – einer neuen, sicheren und wirksamen Behandlungsform. Manchmal ist eine lokale Injektion eines stark entzündungshemmenden Medikaments (sogenannte „Steroide“) hilfreich. Eine Operation ist nur in ausgewählten Fällen indiziert.

Vorbeugung; Es gibt keine einzelne Behandlungsmethode, die für jeden Patienten mit Plantarfasziitis gleichermaßen optimal wirkt. Es gibt jedoch viele Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um die Heilung Ihres Fußes zu unterstützen: 

  • Gönnen Sie Ihren Füßen Ruhe. Reduzieren Sie Aktivitäten, die Schmerzen in Ihrem Fuß verursachen. Versuchen Sie, nicht auf harten Untergründen zu gehen oder zu laufen. 
  • Um Schmerzen und Schwellungen zu lindern, können Sie Ihre Ferse kühlen (z. B. mit Eis). Oder nehmen Sie ein rezeptfreies Schmerzmittel wie Ibuprofen, Naproxen oder Aspirin ein.
  • Führen Sie mehrmals täglich Dehnübungen für die Zehen und Waden sowie Dehnübungen mit einem Handtuch durch – insbesondere direkt nach dem Aufstehen am Morgen. 
  • Fersenschalen oder Schuheinlagen (Orthesen). Verwenden Sie diese in beiden Schuhen, selbst wenn nur ein Fuß schmerzt. 
  • Besorgen Sie sich ein neues Paar Schuhe. Wählen Sie Schuhe mit guter Unterstützung des Fußgewölbes und einer gut gedämpften Sohle. Oder versuchen Sie es mit

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Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Sie ermöglicht es Ihnen, sich auf die Zehenspitzen zu stellen und sich beim Gehen oder Laufen abzustoßen. Probleme mit der Achillessehne scheinen oft plötzlich aufzutreten. Meistens sind sie jedoch das Ergebnis vieler winziger Risse in der Sehne, die sich im Laufe der Zeit gebildet haben. 

Achillessehnentendinopathie. Der Begriff Achillessehnentendinopathie umfasst eine von zwei Erkrankungen: 

  • Tendinitis. Dies bedeutet wörtlich „Sehnenentzündung“; tatsächlich ist eine Entzündung jedoch nur selten die Ursache für Sehnenschmerzen. 
  • Tendinose. Dies bezeichnet winzige Risse (Mikrorisse) im Gewebe innerhalb und um die Sehne herum, die durch Überlastung verursacht werden. In den meisten Fällen sind Schmerzen an der Achillessehne die Folge einer Tendinose, nicht einer Tendinitis. Einige Experten verwenden heute den Begriff Tendinopathie als Oberbegriff für beide Erscheinungsformen – sowohl für Entzündungen als auch für Mikrorisse. Viele Ärzte verwenden jedoch nach wie vor den Begriff Tendinitis, um eine Sehnenverletzung zu beschreiben. 

Achillessehnenriss oder -ruptur. Die Achillessehne kann entweder teilweise einreißen oder vollständig reißen (Ruptur). Ein teilweiser Riss verursacht unter Umständen nur leichte Symptome oder bleibt sogar symptomlos. Eine vollständige Ruptur führt hingegen zu Schmerzen sowie einem plötzlichen Verlust an Kraft und Beweglichkeit.

 

Achilles- oder Fersen-Schleimbeutelentzündung (Bursitis calcanea): Flache Schuhe mit niedrigem Schaft können den Schleimbeutel reizen – einen flüssigkeitsgefüllten Sack, der die Achillessehne an der Ferse polstert. Ein typisches Symptom sind Schmerzen an der Rückseite der Ferse, die sich beim Tragen von Schuhen verstärken.

Symptome: Probleme mit der Achillessehne werden am häufigsten durch Überlastung oder wiederholte Bewegungsabläufe verursacht. Solche Bewegungen können beim Sport, bei der Arbeit oder bei anderen Aktivitäten auftreten. Auch mangelnde körperliche Fitness oder das Auslassen des Aufwärmprogramms vor dem Training können zu Problemen mit der Achillessehne führen. Gleiches gilt für Schuhe mit unzureichender Fußgewölbestütze oder starren Fersenkappen. Zu den Symptomen von Achillessehnenproblemen zählen Schwellungen im Bereich des Sprunggelenks sowie leichte bis starke Schmerzen. Die Schmerzen können schleichend einsetzen oder erst beim Gehen beziehungsweise Laufen spürbar werden. Zudem kann es zu einem Kraftverlust und einer eingeschränkten Beweglichkeit im Sprunggelenk kommen. Eine Ruptur der Achillessehne äußert sich häufig durch einen plötzlichen, stechenden Schmerz. Die meisten Betroffenen spüren oder hören im selben Moment ein knackendes Geräusch. Ein Achillessehnenriss wird meist durch eine plötzliche, kraftvolle Bewegung ausgelöst, die eine extreme Belastung für die Wadenmuskulatur darstellt. Dies kann während intensiver sportlicher Betätigung geschehen oder auch schon bei einfachem Laufen oder Springen. Es können Schwellungen und Blutergüsse auftreten; zudem ist es Ihnen möglicherweise nicht mehr möglich, normal zu gehen, den Fuß nach unten zu strecken oder auf den Zehenspitzen zu stehen.

Diagnose: Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch, um festzustellen, ob die Sehne druckempfindlich oder geschwollen ist und ob ihre Struktur intakt geblieben ist. Häufig sind Röntgenaufnahmen erforderlich, um den Fersenknochen zu beurteilen. In manchen Fällen kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung oder eine MRT (Magnetresonanztomographie) notwendig sein. 

Behandlung: Eine Achillessehnenruptur kann entweder operativ – gefolgt von einer Rehabilitation – oder konservativ behandelt werden. Bei der konservativen Behandlung kommen Gipsverbände, Schienen, Orthesen, Spezialstiefel (Walker) oder andere Hilfsmittel zum Einsatz, die das Unterbein ruhigstellen (Immobilisation); auch hier schließt sich eine Rehabilitationsphase an. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung folgende Punkte: 

  • Sowohl die operative als auch die konservative Behandlung führen in der Regel zum Erfolg. Das Risiko eines erneuten Risses ist nach einer Operation geringer als nach einer konservativen Behandlung; letztere weist jedoch weniger Komplikationen auf.
  • Wenn Sie jünger und/oder sportlich aktiv sind, wird häufig eine Operation empfohlen. 
  • Wenn Sie älter und/oder körperlich weniger aktiv sind, wird häufig eine konservative Behandlung empfohlen. Unabhängig von der gewählten Behandlungsart kann die vollständige Genesung zwischen 6 Wochen und 6 Monaten dauern. Prävention 

Die Vorbeugung: kann denkbar einfach sein – etwa durch das Tragen des richtigen Schuhwerks – oder bei Leistungssportlern ein komplexes, umfangreiches Trainingsprogramm erfordern. 

  • Tragen Sie für die jeweilige Aktivität geeignetes Schuhwerk. Achten Sie stets auf stabile Schuhe, die Ihrem Fuß und Sprunggelenk ausreichend Halt bieten. Hohe Basketballschuhe, aber auch Schuhe mit hohem Schaft (High-Tops) sind hierfür eine gute Wahl. 
  • Halten Sie Ihre Wadenmuskulatur kräftig und geschmeidig. Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten Übungen zur Kräftigung der Muskulatur zeigen. 
  • Wenn Sie Sport treiben, sollten Sie in Erwägung ziehen, Ihre Waden tapen zu lassen, da das Taping zusätzlichen Halt bietet. Auch das Tragen einer Sprunggelenkorthese während des Sports kann hilfreich sein. 
  • Achten Sie darauf, dass der Sportplatz (oder auch Ihr häusliches Umfeld) frei von Löchern oder Hindernissen ist, um Verletzungen vorzubeugen. 
  • Nehmen Sie sich vor jeder sportlichen Aktivität ausreichend Zeit für das Aufwärmen und führen Sie im Anschluss Dehnübungen durch.

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Khalaf Moussa

Muskeln sind der Motor des menschlichen Körpers. Der menschliche Körper enthält etwa 650 Muskeln, die 40 % des Normalgewichts und etwa 57 % des Körpervolumens ausmachen. Muskeln werden in verschiedene Typen unterteilt. Dazu gehören die roten Muskelfasern, die für Ausdauer und Leistungsfähigkeit verantwortlich sind und einen hohen Myoglobin-Gehalt aufweisen. Myoglobin ist ein Protein, das Sauerstoff speichert, beispielsweise beim Langstreckenlauf. Die weißen Muskelfasern ermöglichen schnelle, plötzliche und kurze Bewegungen und enthalten Glykogen (einen Zuckerspeicher), beispielsweise beim Springen. Der letzte Muskeltyp ist die glatte Muskulatur, wie sie beispielsweise in dem Darm vorkommt. Bei körperlicher Anstrengung ( Sport )entstehen durch die erhöhte Belastung mikroskopisch kleine Verletzungen. Dies stimuliert Stammzellen, die sich an die Muskeln anlagern und zur Heilung beitragen. Dadurch gewinnen die Muskeln an Größe und Volumen. Studien haben gezeigt, dass dieser Prozess etwa zwei Minuten dauert – in dem Bereich, der als Muskelapotheke bekannt ist. 

Während des Trainings steigt die Durchblutung, und der Stoffwechsel wird angeregt. Immunzellen wandern dann durch den Körper, um die Verletzungsstellen zu erreichen und den Heilungsprozess zu unterstützen.

Schließlich setzen die Muskeln kontinuierlich ein Protein namens Myokrin frei, dessen feine Moleküle die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. Dieses Protein reguliert Stimmung und Denken und beeinflusst somit das Kleinhirn, das für das Gedächtnis zuständig ist. Gepriesen sei der Schöpfer, der der Menschheit dieses selbstregulierende System,  die Muskelapotheke, geschenkt hat.

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Khalaf Moussa

Hinweis

Die Beiträge in dieser Rubrik werden von unseren Ärztinnen und Ärzten eigenständig und in eigener fachlicher Verantwortung verfasst.